Wildschadenmonitoring
Verbiss belegen statt schätzen: Weisergatter mit Zaun- und Vergleichsfläche, Transsekte durch die Verjüngung und die Auswertung über die Jahre – aufgenommen auf dem Smartphone, direkt im Bestand.
Zwei Flächen, eine Aufnahme
Zu jedem Weisergatter gehören zwei Flächen: die eingezäunte, in die kein Wild kommt, und die Vergleichsfläche daneben. Beide werden im selben Gang aufgenommen – Baumart für Baumart, je Höhenklasse gezählt: Keimlinge, Sämlinge, Jungpflanzen und etablierte Pflanzen über 130 cm.
Auf der Vergleichsfläche kommt der Verbiss dazu: unverbissen, Seitentrieb, Leittrieb frisch, Leittrieb älter oder mehrfach. Die Deckung rechnet die Anwendung aus den gezählten Gehölz-Pflanzen selbst.
Die Ordnung ist einfach: Betrieb, darin die Weisergatter, darin die Aufnahmen nach Datum. So steht jede Wiederholung neben der vorigen.
Wer hat gefressen – und wie viel?
Auf dem Transsekt wird jede Gehölz-Pflanze angesprochen. Beim Leittrieb wird nach dem Verursacher unterschieden, denn Reh und Hase hinterlassen beide einen Leittriebverbiss. In die Verbissprozente und die Bewertung geht nur der Reh-Anteil ein; der Hasenverbiss wird getrennt ausgewiesen.
Ein Griff je Pflanze
Die Arten des Transsekts stehen als Reihe oben; darunter wird für die gewählte Art gezählt: kein Verbiss, Reh oder Hase. Der Zähler in der Kopfzeile zeigt, wie weit die Aufnahme ist – hier 39 von 100 Gehölz-Pflanzen – und daneben den bisherigen Verbissanteil.
Festgesetzte Arten lassen sich vorgeben, damit über die Jahre dasselbe angesprochen wird. Die Lage der Transsekte liegt in der Karte.
Auswertung
Verbiss-Verteilung nach kein, Reh und Hase, Artenspektrum mit Verbiss, Stetigkeit der Arten und die Pflanzendichte je Transsekt – als Tabelle und als Abbildung.
Über die Jahre
Der Verbiss-Trend stellt die Aufnahmen mehrerer Jahre nebeneinander. Damit ist belegbar, ob sich etwas bewegt – nicht nur behauptbar.
Vom Verbiss zum Schadenswert
Wird das wirtschaftlich tragbare Maß überschritten, besteht Anspruch auf Ausgleich. Die Berechnung folgt der Durchführungsanleitung des Landes Brandenburg auf Grundlage der Bewertungskonvention des Deutschen Forstwirtschaftsrates.
Der Überblick sagt, wo man steht
Aus der Aufnahme wird unmittelbar das Bild der Fläche: Anzahl der Gehölz-Pflanzen, Artenzahl, Pflanzendichte je Quadratmeter und der Verbissanteil. Darunter steht die Einstufung im Klartext – im Beispiel „erheblich gefährdet“ wegen des Reh-Leittriebverbisses.
Der Hasenverbiss steht daneben, ausdrücklich getrennt und ausdrücklich nicht in der Bewertung: Er verändert die Zahl, auf die es fachlich ankommt, nicht.
Verbiss-, Fege- und Schlagschäden im Jungbestand
Entschädigt werden Totalausfälle, bei denen die Pflanze abstirbt, und Zuwachsverluste, bei denen sie im Wachstum zurückgeworfen wird. Werden dabei Mischbaumarten aus dem Bestand verdrängt, erhöht sich der Schadenswert um 50 Prozent.
Schälschäden im Altbestand
Rot- und Damwild schälen die Rinde älterer Bäume; das führt zu Fäulnis im Stammholz. Die Entschädigung richtet sich nach Baumart, Ertragsklasse, Bestandesalter und der Länge des Faulstücks.
Handbuch
Das Handbuch steckt in der Anwendung selbst – mit Aufnahmeablauf, Baumarten-Kürzeln und der Rechnung hinter dem Deckungsgrad. Ergebnisse lassen sich als PDF weitergeben, zum Beispiel an die Jagdgenossenschaft oder in die Betriebsakte.
Verbiss im eigenen Revier belegen
Wir richten Betrieb, Weisergatter und Transsekte ein und zeigen, wie die Aufnahme im Bestand abläuft – vom ersten Zählen bis zur Auswertung.
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- Telefon 0172 3540589